Die Zukunft ist da - sprechen Sie auch schon mit Ihrem Computer?

Watson Analytics

Fast jede/r technisch Interessierte hat im Jahr 2011 aufgehorcht, als das erste Mal ein Computerprogram zwei der besten Jeopardy! Spieler haushoch geschlagen hat und damit den technischen Fortschritt spielerisch aufzeigte. Watson, ein von der IBM entwickeltes Programm für künstliche Intelligenz, konnte damals bereits Fragen, die in natürlicher Sprache gestellt wurden, beantworten.

Verbunden mit den im Netz verfügbaren Informationen konnte es gezielt Antworten auf die Fragen erraten (wie es bei Jeopardy! üblich ist). Seitdem sind fünf Jahre vergangen und die Möglichkeiten der Spracherkennung haben sich enorm weiterentwickelt. Erst vor Kurzem hat der Versandhändler Amazon Lautsprecher vorgestellt, die als digitale Assistenten dienen und das natürlich gesprochene Wort in Aufgaben und Befehle für das technische System umsetzen. Was im persönlichen Umfeld funktioniert, sollte natürlich auch bei professioneller Anwendung und im geschäftlichen Alltag nicht fehlen. Die Umsetzung natürlicher Sprache in für Systeme verständliche Befehle ist der nächste Schritt zur intuitiven Self-Service-BI.

 

IBM hat seine Watson Entwicklung inzwischen von der rein technischen Umsetzung in die Management- und Entscheider-Ebenen gehoben. Watson Analytics ist eine BI Anwendersoftware, die die Erfahrungen der IBM Entwickler in Themen wie Reporting, Analytics und künstlicher Intelligenz zusammenführt. Es ermöglicht Datenauswertungen mittels natürlicher Sprache zu erstellen. Diese Anwendung soll sich in die bisherige IBM Toollandschaft nahtlos einfügen. Watson Analytics ist Teil der Cloudanwendung BlueMix und kann sowohl als onCloud oder Inhouse System betrieben werden. Mittels einer Suchmaske und freier Sprache können Anfragen an die Datenbasis gestellt werden. Hierzu werden bereits voranalysierte Datenbestände herangezogen und neben den gewünschten Auswertungen auch Vorschläge darüber gemacht, welche weiteren Informationen noch in den Daten stecken. Umfangreiche Anzeigemöglichkeiten und Visualisierungsfunktionen ermöglichen es gerade AnwenderInnen, die keine Toolerfahrung haben, übersichtliche und schnelle Reports und Charts zu erstellen.

Mit Watson Analytics hat IBM den richtigen Weg eingeschlagen. Die Entwicklung ist aber noch am Beginn und auf diesem Weg sind noch folgende Herausforderungen zu bewältigen:

  • Fachliche Fragen können nicht vollkommen frei formuliert werden.
  • Aktuell müssen die Daten noch organisiert werden (Vorarbeit).
  • Semantische Beziehungen aus den technischen Daten können noch nicht vollkommen abgeleitet werden.
  • Bild-, Sprach- und Texterkennung müssen weiter verbessert werden.

Fazit

IBM hat mit Watson Analytics ein Datenvisualisierungstool entwickelt, das durch seine Oberfläche und Funktionen überzeugt. Es wurden die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und natürlichen Spracheingabe eingesetzt. Somit wurde eine Software geschaffen, die es dem oberen Management erlaubt, ohne Toolkenntnisse Informationen aus bestehenden Daten zu gewinnen. IBM ist am Anfang einer Entwicklung hinsichtlich semantischer Logik und angebotener Suchfunktion, die noch nicht ganz ohne Syntax auskommt.

Autor

Karsten Bergelt