Erste Eindrücke von der W-JAX 2017

Letzte Woche war ein Team von drei Personen von solvistas bei der W-JAX 2017 in München. Die W-JAX ist gemeinsam mit ihrer Schwesterkonferenz JAX in Mainz wohl die größte und einflussreichste Entwicklerkonferenz im deutschsprachigen Raum. Aus diesem Grund lassen sich dort aktuelle Trends in allen Aspekten der Softwareentwicklung erkennen. Dieser Artikel soll eine kurze Zusammenfassung unserer ersten Eindrücke von der W-JAX 2017 sein.  

Agile Development

“Ich kann meine Axt nicht schärfen, ich muss Bäume fällen.” Dieses Zitat steht stellvertretend dafür, dass man in der täglichen Entwicklungsarbeit keinesfalls “Inspect and Adapt” vergessen sollte. Die eigenen (hoffentlich agilen) Entwicklungspraktiken sollen regelmäßig inspiziert und hinterfragt werden. Mit Retrospektiven hat man da hoffentlich sowieso schon das richtige Mittel im Einsatz. Wenn der Prozess nicht passt, dann ändert man ihn eben und schaut, ob es bei der nächsten Iteration anders besser funktioniert. Auch dogmatisches Folgen bestimmter Muster wurde hinterfragt. Muss ich überhaupt in Sprints arbeiten? Muss ich überhaupt schätzen? Der oberste Eintrag im Backlog sollte per Definition der wichtigste sein, daher arbeite ich an diesem bis er fertig ist. Die grundlegende Frage ist hier: “Do we need to do this NOW?” Agile Development sollte man so machen, wie es einem passt, und auch weniger Regeln können funktionieren.

Continuous Delivery

Wenn ich, wie oben erwähnt, das wichtigste Item meines Backlogs fertig habe, dann könnte ich es ja sofort releasen. Nicht alle zwei Wochen, erst recht nicht alle sechs Monate, sondern wenn ein Feature fertig ist. Unmöglich? Nicht unbedingt. Ich brauche für diese Vorgehensweise natürlich mehrere Gegebenheiten: Eine rigorose Testabdeckung, damit ich sicherstellen kann, dass meine Änderungen nichts anderes kaputt gemacht haben; eine vollautomatische Release-Pipeline, so dass jede Änderung mit nur einem Knopfdruck alle Test-Prozesse durchläuft und nach einem kurzen manuellen Check produktiv geschalten werden kann; und als Grundlage eine Organisationskultur, die diese Prinzipien verinnerlicht hat und so die Qualität der Software zu jeder Zeit garantiert.

Microservices

Microservices sind immer noch in aller Munde, aber mittlerweile hat man nach dem initialen Hype und der Ernüchterung über gesteigerte Komplexität doch das Plateau der Produktivität erreicht. Vor- und Nachteile sind großteils bekannt, und so wurde in einem Vortrag darüber gesprochen, welche Trade-offs möglich sind und wie sie sich auswirken. Wenn meine Services doch keine eigenen Datenbanken haben, sondern sich eine zentralisierte Instanz teilen, welche Vor- und Nachteile werden verstärkt oder abgeschwächt und welche neuen Probleme fange ich mir damit ein? Hinweis: zu viele…

Andere Themen im Umfeld von Microservices waren Kommunikation mit Event-basierter Architektur; Authentication und Authorization über mehrere Services hinweg; und wie man es schafft, auf eine verteilte Server-Applikation nicht doch wieder einen monolithischen JavaScript-Client zu setzen.

Der Rest

Angular war auf der W-JAX natürlich auch vertreten und wir konnten uns für unsere eigenen Applikationen einige Tipps und Tricks mitnehmen.

Ein Vortrag behandelte Hacks, die in letzter Zeit weltweit passiert sind, und wie man sich gegen ähnliche Angriffe absichern kann.

Pivotal stellte auf der Konferenz einige Neuerungen im Spring Framework 5 und in Spring Boot 2 vor. Da sich im Java-Umfeld in den letzten Monaten ja einiges getan hat, war auch dieser Einblick interessant.

Fazit

Diese Konferenz hat nicht umsonst die Stellung als Must-Go in der Entwickler-Community. Der Inhalt ist einfach phänomenal, man schafft es alleine gar nicht, alle wichtigen Themen abzudecken. Unser Team hat für sich einiges mitnehmen können und wird in weiterer Folge die Impulse und Erkenntnisse aufarbeiten und bei solvistas verteilen. Manche Ergebnisse davon werden Sie in weiterer Folge bestimmt auf unserem Blog wiederfinden.

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Autor

DI Thomas Altmann, BSc