Scrum oder Kanban

So finden Sie die richtige Methode für Ihre Arbeit

Agile Managementmethoden sind in aller Munde. Spätestens dann, wenn starre und zeitraubende Softwareentwicklungsprozesse Ihre Organisation ineffizient werden lassen, ist es an der Zeit, eine agile Methodik einzuführen. Die einen schwören auf Scrum, die anderen meinen Kanban sei das einzig Richtige. Beide haben ihre Wurzeln in der Lean Production, wodurch ihre Prozesse die Lean Prinzipien unterstützen, die Umsetzung selbst wird dadurch aber nicht garantiert.

Aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft haben beide Softwareentwicklungsprozesse vieles gemeinsam, wie z. B. das Einbringen von Transparenz in Arbeitsmethoden oder die Verbesserung von Entwicklungsprozessen. Ziel beider Methoden ist es, die Produktivität zu steigern. Dadurch sollen Leerläufe und Doppelgleisigkeiten vermieden werden. Abläufe und Prozesse sollen ständig verbessert werden.

Bei Scrum wird ein starker Fokus auf die organisatorische Struktur des Teams gelegt. Scrum unterscheidet verschiedene Rollen. Der Scrum Master organisiert Meetings - er hat den Überblick. Der Product Owner ist zuständig für die Umsetzung der Kundenanforderungen (Product Backlog) und das Team setzt die Anforderungen in verschiedenen Entwicklungsphasen (Sprints) um.      

Kommunikation ist hier alles: Es sind tägliche Meetings (Daily Scrum Meetings) vorgesehen, sowie Sprint-Meetings in denen das Team die Sprints plant und retrospektiv bewertet.

Das Wort Kanban kommt aus dem Japanischen. Es setzt sich aus den Worten KAN (Visualisieren) und BAN (Karte) zusammen. Diese Managementmethode hat den großen Vorteil, dass jeder weiß, für welche Arbeit er zuständig ist. Dies ist fundamental für eine schnelle Durchlaufzeit der Prozessschritte.

Zentrales Tool ist hier das Kanban-Board, das den aktuellen Status des Projekts mit Kärtchen für die einzelnen Aufgaben visualisiert. Die Kärtchen durchlaufen wie ein CR-Ticket (Change Request Ticket) die verschiedenen Prozessschritte von „Backlog“ bis zu „Done“. Das vereinfacht die Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Wann eine Aufgabe abgeschlossen ist, bestimmen die "Definitions of Done", die das Team gemeinsam festlegt.

Im Kern von Kanban steht das Konzept des „Flow“. Das bedeutet, dass die Tickets möglichst gleichmäßig durch das System fließen sollen, ohne lange Wartezeiten oder Blockaden. Alles, was den Flow behindert, wird kritisch unter die Lupe genommen

Eine kleine Entscheidungshilfe:

Eher Kanban als SCRUM nutzen, wenn ...

  1. die Organisation größere Veränderungen ablehnt und das Management stark um Konsens bemüht ist.
  2. die Spezifikationen schon zu Beginn klar fixiert werden.
  3. die Projektteams aus verschiedenen, nicht untereinander austauschbaren SpezialistenInnen bestehen.
  4. die Führungskultur eher durch „Befehl und Gehorsam“ als „Eigenverantwortung und Vertrauen“ geprägt ist.
  5. das Hauptproblem im Projektmanagement durch „viel anfangen – wenig fertigstellen“ beschrieben ist.

Eher SCRUM als Kanban nutzen, wenn …

  1. durch den Methodenwechsel nicht nur der Entwicklungsprozess, sondern auch das Entwicklungsergebnis (Produkt) verbessert werden soll.
  2. Kunden oder andere Partner intensiv in die Entwicklung eingebunden werden sollen.
  3. das Endprodukt zu Beginn der Entwicklung nur als unscharfe Vision existiert.
  4. eine grundlegende Kultur von sich selbst organisierenden Teams eingeführt werden soll.

 

 

Fazit

Scrum hat seine Vorzüge dort, wo es darum geht, sehr flexibel und agil auf geänderte Anforderungen einzugehen. Kanban stellt das Ziel in den Vordergrund, Probleme im Projekt transparent zu machen und zeitnah effizient zu lösen.  

Lesen Sie den vollständigen Beitrag: solvistas.com/blog/scrum-oder-kanban-so-finden-sie-die-richtige-methode-fuer-ihre-arbeit/

Autor: Johannes Hiebl