3 Jahre TimeOnIce

Automatisierte Zeitmessung im Eishockey mittels RFID-Technologie von solvistas

Vor knapp drei Jahren starteten wir ein ehrgeiziges und einzigartiges Projekt im österreichischen Eishockeysport. Mithilfe von RFID-Technologien wurde ein System entwickelt, welches die vollautomatisierte Messung von Einsatzzeiten der gesamten Mannschaft ermöglichte.

Bis 2016 war die Messung der jeweiligen Einsatzzeiten nur manuell durch eishockeybegeisterte Freiwillige möglich. Hinzu kam, dass diese manuelle Messung nicht nur schwierig und aufwändig, sondern oftmals auch sehr ungenau war. Die Idee, ein derartiges Tracking System zu entwerfen, ließ das Unternehmen nicht los. Nach einer intensiven Projektzeit war es schließlich soweit: Am 21. Februar 2016 kam beim Spiel der Black Wings Linz gegen die Vienna Capitals TimeOnIce zum ersten Mal im österreichischen Eishockey zum Einsatz.

Ziel war es, die Daten sehr schnell visualisieren zu können. Mit einer entwickelten Web-App wurde es möglich, die TimeOnIce-Auswertung auf mobilen Geräten und direkt im Stadion oder auf Computern und Notebooks weltweit plattformunabhängig abzurufen. So ist es unter anderem möglich, die exakte Eiszeit der Spieler insgesamt, die jeweiligen Wechsel, aber auch die Zeit, die die aktuelle Besetzung bereits auf dem Eis ist, zu jedem Zeitpunkt abzurufen. Seit diesem Tag wurde das System fortlaufend optimiert. Dies war auch notwendig, da es am Beginn noch zu einigen Ungenauigkeiten bei der Messung kam. In dieser Zeit wurde an den richtigen und notwendigen Stellschrauben gedreht, um TimeOnIce exakt und zuverlässig werden zu lassen. Mittlerweile ist diese real-time Aufzeichnung zu einem wichtigen Bestandteil für die Black Wings Linz geworden.

Für den Einsatz bei TimeOnIce haben wir uns damals entschieden, die Verarbeitungssoftware der RFID Tags von Grund auf selbst zu entwickeln. Der technische Aufbau des Systems wurde so gestaltet, dass eine hohe Zuverlässigkeit gewährleistet werden konnte. Dabei waren die Ansprüche an das System sehr hoch. Ein Prinzip von RFID ist die kontinuierliche Aufzeichnung der Positionen der Transponder. Im konkreten Anwendungsfall finden kontinuierliche Bewegungen der Spieler statt. Diese werden mit der von uns entwickelten Software zuverlässig verarbeitet und in ein DWH abgespeichert. Hierbei wurde Wert darauf gelegt, eine lückenlose und korrekte Aufzeichnung zu erreichen.

Pro Spiel werden auf diese Art mehrere Gigabyte an Daten erzeugt und für die TimeOnIce-Auswertungen verarbeitet. Um diese Datenmenge so aufbereiten zu können, dass sie noch auswertbar bleibt, wurden Algorithmen zur Verdichtung dieser Daten entwickelt. Dabei muss für jeden Anwendungsfall gewährleistet werden, dass trotz der Reduktion der Daten die essenziellen Informationen nicht verloren gehen. Ausgehend von einer fachlichen Analyse wurde eine Software entwickelt, welche genau dies garantiert und die Ergebnisse zuverlässig und zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und reproduzierbar liefert. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass die Verarbeitung, obwohl sehr große Datenmengen produziert werden, auch auf schwacher Hardware mit einer Latenz von unter 1 Sekunde durchgeführt werden kann.