EBM - Evidence Based Management

Optimierter Mehrwert für agile Organisationen

Ein neuer agiler Management-Ansatz, der den gelieferten Wert für den Kunden messbar macht und damit dessen Optimierung ermöglicht - klingt gut! Aber wie sieht so etwas in der Praxis aus? Ist das so etwas wie Scrum 3.0, nur auf Management-Ebene?

Was bedeutet EBM?

Wieder eine 3-Buchstaben-Abkürzung, für die es keine eindeutige Übersetzung bzw. Langform gibt. Neben der "Evidence Based Medicine" (beschreibt das kritische Hinterfragen von Behandlungsansätzen) gibt es als Weiterentwicklung dieses Konzepts aus der Medizin den Ansatz des "Evidence Based Managements" im Bereich der agilen Methoden rund um Scrum.

Damit sollen agile Organisationen jenen Wert optimieren können, der durch das Ausliefern ihrer Produkte an den Kunden entsteht. Gleichzeitig soll in der Organisation eine anpassungsfähige Kultur aufgebaut werden, die Vorteile gegenüber dem Mitbewerb bringt.

Der Ansatz definiert vier Kennzahlen (Key Value Measures) aus vier KVAs (Key Value Areas), die betrachtet werden sollen, wenn dieser Wert gemessen wird:

  • Aktueller Wert (CV)
  • Time-to-Market (T2M)
  • Fähigkeit zur Innovation (A2I)
  • nicht realisierter Wert. (UV)

Abbildung: Erklärung von scrum.org

Die Hauptkennzahl "Current Value" (CV) beschreibt den Wert, den ein Produkt / eine Dienstleistung dem Kunden bringt. Der nicht realisierte Wert stellt das Potential dar, das realisierbar wäre. Die Time-to-Market drückt aus, wie schnell die Organisation den Kunden einen neuen Wert liefern kann, und die Fähigkeit zur Innovation beschreibt, wie gut/schnell neue Möglichkeiten integriert und ausgeliefert werden können.

Ist EBM der nächste Schritt zu einem verbesserten Scrum?

Es gibt viele Stimmen zu Scrum wie es die Theorie vorgibt. Jene, die sagen, es sei gut und müsse so bleiben, und jene, die sagen, Scrum habe sich weiterentwickelt und aktuell wäre Scrum 3.0. EBM steht damit jedenfalls nicht in Zusammenhang und es verlangt prinzipiell auch nicht den Einsatz von Scrum, sondern empfiehlt lediglich ein agiles Vorgehen mit einem Monitoring, das auf das Erreichen von Mehrwert fokussiert ist. Dies enthält auch, dass die Kundenzufriedenheit steigt, wenn durch den Einsatz guter Produkte oder die Erbringung guter Dienstleistung Mehrwert spürbar wird.

Bei solvistas leben wir agiles Management und Kundenorientierung, aber bisher verwenden wir keine Kennzahlen, die solche Werte messen. Derzeit erkennen wir durch persönliche Gespräche mit dem Kunden, ob es Möglichkeiten zur Verbesserung gibt und setzen diese dann zeitnah um. Die steigende Anzahl und die langfristige Zusammenarbeit mit vielen unserer Kunden gibt uns dabei recht. Dennoch werden wir dem Konzept hinter EBM und den Veröffentlichungen von scrum.org weiterhin unsere agile Aufmerksamkeit schenken und informieren Sie gerne, wenn es Neuigkeiten gibt.

Autor

Gerald Holzbauer