25 Jahre BSC - 10 Jahre solvistas BSC

Unsere 3 größten lessons-learned

Balanced Scorecard leben. Klingt einfacher als es ist. Wir praktizieren das Konzept seit 10 Jahren und sind uns sicher. „Zuckerschlecken“ ist die Einführung keines gewesen, aber inzwischen haben wir einiges gelernt und können behaupten, dass wir die BSC leben.

Mittlerweile wuchs solvistas auf 45 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Jahresumsatz von knapp 4,5 Mio. Euro.

Im folgenden Beitrag möchten wir auf die drei größten "lessons-learned" seit der Einführung der BSC eingehen.

Unsere drei größten "lessons-learned"

#1 Unsere BSC braucht Zeit zum Gedeihen

Während andere Unternehmen oft das fehlende Kommitment der Geschäftsführung beklagen, standen unsere Geschäftsführer von Anfang an hinter dem Konzept der Balanced Scorecard. Der Planungshorizont beschränkte sich ursprünglich auf ein Jahr und es existierte noch keine Vision. Die BSC stand am Beginn und war noch nicht vollständig. Die Erarbeitung der erforderlichen Ursache-Wirkungsketten bzw. die konsequente Überprüfung der Messzahlen blieben noch aus. Aber genau diesen Verzicht auf den Vollständigkeitsanspruch der Messbarkeit mussten wir erlernen.

Während Strategiearbeit für große Unternehmen bereits Routine ist, müssen Kleinstunternehmen strategisches Management erst einmal lernen und verinnerlichen. Kleinstunternehmen, die in den Startlöchern stehen und bei denen kleine Fehler das „Aus“ bedeuten können, leben von jedem verdienten Euro. Leider gab/gibt das Tagesgeschäft oft keinen Raum für strategisches Management bzw. visionäres Denken. Wir mussten lernen, uns die Zeit für Strategie zu nehmen. Umso wichtiger war bei uns die Einführung eines­­_einer Prozess- bzw. Durchführungsverantwortlichen, der_die sich um die Weiterentwicklung des BSC Prozesses, für das Prozess-Controlling und die einzelnen Teilprozesse und Tätigkeiten hinsichtlich der Umsetzung kümmert.

Abb. 1: Umsatzwachstum 2008-2017

#2 Unsere BSC - eine Blume

Genau wie eine Blume zum Gedeihen Wasser braucht, benötigt unsere Balanced Scorecard Input. Den Managementprozess zu planen und zu skizzieren ist leicht, ihn zum Leben zu erwecken und am Leben zu erhalten ist eine Herausforderung. Alleine die richtige Ableitung von Zielen und die klare Unterscheidung zwischen Zielen und Maßnahmen war für uns anfangs nicht so leicht. Wir haben die Prinzipien, nach denen wir die strategischen Ziele der BSC auswählen und die richtigen Messzahlen definieren, erst einmal finden müssen. Unser Ziel bei der Erstellung der BSC, den Komplexitätsgrad stets gering zu halten, ist uns zu Beginn nicht gut gelungen. Das Ergebnis war die mangelnde Operationalisierbarkeit der BSC.

Mittlerweile existiert bei uns ein strategischer Regelkreis (siehe Bild), bei dem die BSC den Rahmen und die Struktur für unseren gesamten Managementprozess bietet. Aufbauend auf einer Vision entwickelt der Führungskreis jährlich eine Strategie, die wiederum in Ziele zerlegt wird. Dabei geben die vier BSC Dimensionen Finanzen, Kunden, Mitarbeiter/Innovationen und Prozesse den Rahmen vor. solBSC, unsere eigens entwickelte Software zur Unternehmenssteuerung, ist das Tool mit dem wir Strategie, Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen steuern.

#3 Die Kernprozesse der Wertschöpfung

Die erste BSC von solvistas kann folgendermaßen beschrieben werden: Es existierte eine Strategie, deren Fortschritt hauptsächlich mit Finanzkennzahlen beobachtet wurde. Was war das Problem?

Das Entwickeln sinnvoller und verlässlicher Key Performance Indicators (KPIs) setzt eine saubere und eindeutige Beschreibung jener Unternehmensprozesse, die den größten Kundennutzen stiften, voraus. Kernprozesse sind bei uns alle Schritte zwischen erhaltenem und erfülltem Kundenauftrag, also Vertrieb, Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Abrechnung. Letztes Jahr stand das Extrahieren des Vertriebs- und Marketingprozesses an. Dabei beschrieben wir Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenakquise und stellten diese entlang des Vertriebsprozesses dar. Anschließend bildeten wir grafisch ab, welche vorgelagerten Maßnahmen umzusetzen sind, um schlussendlich Umsatz- und Kundenakquise verbessern zu können. Kernprozesse sind umgeben von Managementprozessen wie Controlling, Unternehmensstrategie, Qualitätsmanagement, usw. und unterstützenden Prozesse wie Buchhaltung, Personal, Informationsmanagement, usw.

Fazit

solvistas und Balanced Scorecard - das passt gut zusammen. solBSC als Software zur Umsetzung der Strategie hat sich intern bewährt und dokumentiert die jährliche Unternehmensentwicklung. 2016 ist solvistas stark gewachsen (Umsatzplus von 30%, Mitarbeiterplus von 15%) und eine strukturierte, teils zentrale aber auch dezentrale Steuerung der Unternehmensstrategie ist für uns immer wichtiger. Wir haben viel vor. Zur Erreichung der Vision für 2020 sind noch jede Menge an Maßnahmen umzusetzen!

Autor

Tobias Mayr, MSc